12. August 2014

1. „Naturbewusstsein 2013“

Das Bundesamt für Naturschutz hat im Frühjahr 2014 die dritte Befragung zum Naturbewußtsein in Deutschland vorgestellt. Die Umweltministerin Barbara Hendricks war in den Medien mit der Schlagzeile zu vernehmen, wonach 93 Prozent der Deutschen mehr Wildnis wünschen. Taucht man etwas tiefer in die Befragung ein, stellt man eine unübersehbare Fülle an Widersprüchen, manipulativen Fragestellungen sowie ideologisierenden und gleichzeitig Wirklichkeiten ausblendenden Handlungsempfehlungen zur Infiltration verschiedener gesellschaftlicher Milieus fest.

Zentrales Befragungsthema der vorliegenden sogenannten Studie ist die Akzeptanz von Wildnis, wobei die subjektiven Vorstellungen der Interviewpartner, was unter Wildnis und anderen Begriffen wie Biodiversität, Naturnähe etc. zu verstehen ist, an keiner Stelle objektiviert oder gar richtig gestellt werden. So erklären sich einerseits die erwähnten Zustimmungsraten für eine völlig diffus verstandene Wildnis, deren Hauptkriterium die Selbstüberlassung durch die Natur darstellt. Gleichzeitig wird eine hohe Präferenz für Artenvielfalt festgestellt. Allerdings unterläßt die Befragungsstrategie die Offenlegung des Widerspruchs, daß eine durch den Menschen unbeeinflußte Natur und Artenvielfalt sich gegenseitig ausschließen. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Interviewergebnisse der Verzicht auf die Darstellung, welche Folgen aus bestimmten Naturschutzstrategien entstehen können. Damit bleiben Vorurteile, Fehlinformationen und schlichte Unkenntnis bei den Befragten unter der Decke. Die weitere Ausbreitung des Bibers findet beispielsweise hohe Zustimmung, aber die negativen Folgen und Gefährdungen für Mensch und auch für die Natur bleiben konsequent ausgeblendet.

Nationalparks erfahren eine hohe Zuspruchsrate, wobei insbesondere die Schaffung von Arbeitsplätzen im Tourismus als vorteilhaft beurteilt wird. Gäbe es die Fragestellung, die den Saldo der Wertschöpfungsverluste durch die Stillegung land- und forstwirtschaftlicher Flächen mit den Gewinnen durch Tourismus mitberücksichtigt hätte, wäre das Ausmaß an Zustimmung völlig anders. Interessanterweise wird nicht nach der Zustimmung zu Nationalparks von der unmittelbar betroffenen Bevölkerung geforscht. Wenn „junge hippe, urbane Trendsetter“ (in der Befragung als das „Milieu der Expeditiven“ (?) kategorisiert) nach der Präferenz für einen Nationalpark im Schwarzwald befragt werden und mit großer Zustimmung reagieren, könnte man genausogut fragen, ob Frieden besser ist als Krieg.

Ebenso traurig wie richtig ist die Analyse, wonach die Gesellschaft dem Naturschutz zum Erhalt von Natur und Landschaft eine weitaus höhere Kompetenz zuordnet als der Land- und Forstwirtschaft. Wir schaffen Arten- und Strukturvielfalt und der Naturschutz redet darüber. Die Auswirkungen der Befragung auf die Bevölkerung werden angesichts ihres Umfangs und des schwer lesbaren Soziologen-Deutschs überschaubar bleiben. Bei Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft dürfte der angerichtete Schaden beträchtlich sein. Zwar werden sich viele Argumente aus der Befragung widerlegen lassen, aber dies entläßt die Bodennutzer nicht aus ihrer beschleunigt vorzunehmenden Aktivität, die eigene Wirtschaftsweise mit der Fülle an ökologischen Leistungen, die obendrein volkswirtschaftlich kostenneutral sind, insbesondere an die Stadtbevölkerung heranzutragen. Keinesfalls dürfen wir als Teil der Verbände der Bodennutzer tolerieren, daß das Bundesamt für Naturschutz mit seinen staatlich besoldeten Bediensteten inhaltlich zu einer ideologisch überfrachteten NGO mutiert.

2. Landeswasserverbandstag Brandenburg

Der Landeswasserverbandstag Brandenburg als Dachorganisation der Wasser- und Bodenverbände im Land, wird eine neue Spitze bekommen. Martina Gregor-Ness, bisher SPD-Abgeordnete im Landtag, kandidiert nicht mehr und wird statt dessen als Präsidentin Frau Dr. Homuth ablösen. Frau Gregor-Ness war als Parlamentarierin eine ebenso kompetente wie mit Standfestigkeit ausgestattete Gesprächspartnerin für die Belange der Land- und Forstwirtschaft. Sie legte nicht nur haarsträubende Unsinnigkeiten im Vollzug von FFH-Managementplänen offen, sondern sie unterstützte mit Sachverstand und Augenmaß die Vorschläge unseres Verbandes zu Strukturreformen bei den Wasser- und Bodenverbänden. Der Grundbesitzerverband wünscht Frau Gregor-Ness für das neue und schwierige Amt eine glückliche Hand und verbindet damit die Erwartung, dass sich die gedeihliche und an konkreten Ergebnissen ausgerichtete Zusammenarbeit fortsetzen lässt.

3. Sommertreff mit dem Bundesverband BioEnergie

Die einschneidenden Änderungen zur Bioenergieförderung nimmt der Bundesverband BioEnergie (BBE) zum Anlass, um zu einem informativen Sommertreff unmittelbar vor Ende der parlamentarischen Sommerpause einzuladen.

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12. August 2014 Grundbesitz-Depeschen