28. März 2014

Forstliche Förderung

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg gibt bekannt, dass mit der am 5. März 2014 erfolgten Veröffentlichung der 2. Änderung für die Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen nunmehr eine Projektförderung wieder möglich ist. Das Land gewährt Zuwendungen für nachstehende Maßnahmenbereiche:

  • Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft
  • Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
  • Waldbrandvorbeugung

Zu beachten ist, dass für den Beginn des frühesten Bewilligungszeitraums das Bescheiddatum maßgeblich ist. Da Genehmigungen für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn nicht zulässig sind, rechnet der Landesbetrieb mit einer Förderung etwaiger Frühjahrspflanzungen nicht mehr. Ob die Inanspruchnahme von Fördermitteln angesichts der damit verbundenen Auflagen (z. B. Baumartenauswahl) auch ökonomisch sinnvoll ist, muss jeder Betrieb im Einzelfall selbst entscheiden. Einzelheiten zur Förderrichtlinie finden Sie unter folgender Internetadresse:

http://forst.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.236449.de

Flächenstilllegung

Wie allgemein bekannt sein dürfte, geisterte in den Köpfen der Großkoalitionäre im vergangenen Herbst die Absicht, pauschal weitere Waldflächen aus der Bewirtschaftung zu nehmen, um der Artenvielfalt im Rahmen sogenannter natürlicher Waldentwicklung weiteren Raum zu geben. In einer von der AGDW sehr gut und schnell vorbereiteten Briefaktion hat der betreffende Koalitionsausschuß von einer großen Zahl an Waldbesitzern Post bekommen, mit der entschieden und plausibel begründet gegen die Ausweitung nicht bewirtschafteter Waldflächen protestiert worden war. Die Bemühungen waren nicht gänzlich umsonst. Die Große Koalition beschränkte sich in einem Kompromiss auf die Ausweitung des sogenannten Naturerbes um 30.000 ha, die aus Konversionsflächen des Bundes genommen werden sollen.

Die Gefahr ist aber damit nicht gebannt. Die Bundes-SPD besteht weiterhin auf einen Flächenanteil von 5 % nicht bewirtschafteter Waldfläche und auf 10 % für den öffentlich rechtlichen Wald. Sie beruft sich auf die Nationale Biodiversitätsstrategie, die sich dieses Ziel bis 2020 vorgenommen habe, zudem sei dieses Ziel gesellschaftlich erwünscht. Deshalb wird der Grundbesitzerverband im waldreichen Brandenburg verstärkt Aktivitäten dahingehend entwickeln, Politik und Öffentlichkeit über den von der Waldvegetationskunde wissenschaftlich nachgewiesenen Irrweg der Flächenstilllegung als Instrument für mehr Wildnis und Artenvielfalt aufzuklären.

Biberschäden

Die Beantwortung einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung vom Januar 2014 hat die immensen Kosten durch Biberschäden offenbart, mit denen die Wasser- und Bodenverbände in Brandenburg belastet werden. Laut Aussage der Umweltministerin ergeben sich jährlich ca. 600.000 Euro. Den Vogel schießen die Verbände Welse und Oderbruch mit 115.000 Euro bzw. 112.000 Euro ab. Der Gesamtaufwand muss nahezu vollständig aus den Verbandsbeiträgen bestritten werden. Mit anderen Worten: Die Flächeneigentümer, denen weiterhin wesentliche Rechte zur Mitwirkung in den Wasser- und Bodenverbänden vorenthalten werden, müssen die Kosten einer als Gemeininteresse deklarierten Naturschutzpolitik tragen, die in dieser Form aus Steuermitteln zu bestreiten wären. Der Grundbesitzerverband wird sich gegen die aus seiner Sicht rechtlich nicht gedeckten Finanzierung aus Verbandsbeiträgen wehren. Vor dem Hintergrund überbordender Naturschutzbürokratie wird der Verband außerdem konkrete Vorschläge zur naturräumlichen Vertretbarkeit von Biberpopulationen in die Politik einbringen und hierzu den Schulterschluss zu anderen betroffenen Berufsverbänden suchen.

Eichenprozessionsspinner

Obwohl die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg in den vergangenen Jahren mit der Folge seiner starken flächenmäßigen Zunahme mit umfangreichen bürokratischen Spitzfindigkeiten zwischen den beteiligten Behörden bekämpft worden war, gelang der geschickten Vorgehensweise der Forstabteilung im Ministerium im vergangenen Jahr eine effektive Schadensreduzierung. Während im Jahr 2013 ca. 7.000 ha beflogen werden mussten, kann die Fläche in diesem Jahr auf ca. 1.600 ha verringert werden. Allerdings wird der Erfolg des Jahres 2013 dadurch in Frage gestellt, als nicht nur die gewohnte Praxis bürokratischer Spitzfindigkeit unter den Behörden fortgeführt wird, sondern die Bekämpfung von Befallsherden in Naturschutz- und vergleichbaren Gebieten nicht stattfinden soll. Nachdem der Eichenprozessionsspinner neue Wirtsbäume bis zu einer Entfernung von drei Kilometern befallen kann, ist diese Einschränkung der Schädlingsbekämpfung nicht zu verantworten. Der Grundbesitzerverband wendet sich deshalb vor dem Hintergrund des behördlichen Kompetenzwirrwarrs an den Ministerpräsidenten Dr. Woidke, um ein „Machtwort“ zu sprechen.

28. März 2014 Grundbesitz-Depeschen