Pressemitteilung

„Zwischen Dürre und Flut“: Fachveranstaltung beleuchtet Wassermanagement in Brandenburg Familienbetriebe Land und Forst fordern praxisnahe Strategien für ein klimaresilientes Wassermanagement

Potsdam, 12. Januar 2026 – Brandenburg ist zunehmend von extremen klimatischen Ereignissen betroffen: von anhaltender Trockenheit über sinkende Grundwasserstände bis hin zu häufigen Starkregenereignissen. Vor diesem Hintergrund veranstalteten die Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg am Mittwoch (07.01.) die Fachveranstaltung „Zwischen Dürre und Flut – Wassermanagement in Brandenburg“. Ziel war es, praxisnahe Strategien für ein zukunftsfähiges, regional angepasstes und resilienteres Wassermanagement zu diskutieren, das Nutzungskonflikte reduziert und natürliche Prozesse stärkt.

Rudolf Hammerschmidt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, betonte die Notwendigkeit praxisnaher Regelungen: „Das Wassergesetz muss die unterschiedlichen Erfordernisse von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gewässermanagement abbilden. Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die den Betrieben individuelle Handlungsspielräume lassen, gleichzeitig aber eine effektive Steuerung von Hochwasser- und Wasserhalteflächen ermöglichen. Nur so lassen sich ökologische Durchgängigkeit, Hochwasserschutz und ökonomische Nutzung in Einklang bringen.“ Die Veranstaltung begann mit einem politischen Impuls von Hanka Mittelstädt, Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburgs. Mittelstädt erläuterte die geplante Novelle des brandenburgischen Wassergesetzes und zeigte, wie rechtliche Rahmenbedingungen künftig Wasserspeicherung, natürlichen Rückhalt und integratives Management fördern sollen. Dabei ging es nicht nur um Regulierung, sondern auch um eine strategische Neuausrichtung, die den Herausforderungen des Klimawandels gerecht wird und Land- und Forstbetrieben Planungssicherheit gibt.

Der wissenschaftliche Impuls kam von Prof. Dr. Fred Hattermann, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), mit dem Vortrag “Zwischen Dürre und Flut – Wege zu einem resilienten Wassermanagement in Brandenburg”. Hattermann machte deutlich, dass Brandenburg durch den Klimawandel mit zunehmender Extremwetterlage konfrontiert ist: längere Dürreperioden, stärkere Verdunstung, sinkende Grundwasserneubildung und häufigere Starkregenereignisse. Er hob hervor, dass sowohl Hochwasser als auch Dürren in Brandenburg in Zukunft zunehmen werden und nur eine Kombination aus ökologischen, landwirtschaftlichen und stadtplanerischen Maßnahmen wirksam sein kann. Dazu zählen u. a. Waldumbau, Feuchtgebiets-Management, paludikulturelle Nutzung, bodenschonende Bewirtschaftung, Humusanreicherung, Agroforstsysteme, Wasserwiederverwendung und die Schwammstadt-Strategie.

Im Anschluss diskutierten Mitglieder des Agrarausschusses des Landtags Brandenburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wissenschaft über Zielkonflikte, Möglichkeiten des natürlichen Wasserrückhalts und Instrumente für eine klimaresiliente Wasserbewirtschaftung. An der Podiumsdiskussion nahmen Wolfgang Roick (SPD), Lars Günther (AfD), Julian Brüning (CDU), Gunnar Lehmann (BSW), Reinhard Jung (Bauernbund Brandenburg), Malte Eberwein (Waldbesitzerverband Brandenburg) und Dr. Lars Kühne (Wasser- und Bodenverband Nuthe-Nieplitz) teil. Anlässlich der Fachtagung überreichten die Familienbetriebe Land und Forst ihr Kernforderungspapier zur Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes an Ministerin Mittelstädt und die Landtagsabgeordneten, um die zentralen Anliegen der Branche für ein zukunftsfähiges Wassermanagement einzubringen. Das vollständige Forderungspapier finden Sie hier.

Über die Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg
Die Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg sind ein freiwilliger Zusammenschluss von 
Eigentümern, die mit ihren Betrieben nicht nur Verantwortung für ihre land- und forstwirtschaftlichen Flächen, sondern auch für ihre Mitarbeiter und Familienmitglieder tragen. Sie bewirtschaften ihre Flächen nachhaltig und denken in Generationen. Der Verband setzt sich für den Schutz des privaten Eigentums und die Stärkung der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum ein.

Pressekontakt
Antonia Bing
Geschäftsführerin, Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg e.V.
Tel.: 0151 511 869 96,

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